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Dienstag, 1. Juni 2010
Kindertag feiern
esregnetponys, 15:56h
Aaaaahhh! Ich habe Ellenbogen!
Meine Mädchen sind da. Wie sehr ich sie vermisst habe, wird mir erst jetzt klar, wo ich sie bei mir habe. Wo sie, als wäre es nie anders gewesen, mit mir durch die Stadt streifen. Wo wir uns in der Warteschlange vor dem deutschen Pavillon die Bäuche halten vor Lachen. Oh, wie ist das schön! Ausgelassenheit Heute ist Kindertag in China. Es sollte jeden Tag Kindertag sein. Ich habe die Menschen noch nie so fröhlich und freundlich erlebt. Alle, die konnten, haben sich den Tag frei genommen und was Schönes mit ihren Töchtern und Söhnen unternommen. Wir waren in der Konzession unterwegs und haben im Fuxing Park die Menschen bei ihren Aktivitäten beobachtet: Walzer tanzen, meisterhaft Diabolo spielen, im Chor singen, Karaoke, Blutdruck messen, Rückwärts laufen….eigentlich alles wie immer, aber es lag eine Ausgelassenheit in der Luft, die ich hier noch nie gespürt habe. Wir haben uns mit einer chinesischen Familie unterhalten, die vor einiger Zeit von einem mehrjährigen Aufenthalt in Australien zurückgekehrt ist. Die Sehnsucht nach dem chinesischen Leben hat sie zurück in die Heimat geführt. An Tagen wie diesem kann man es mehr als verstehen. Würde doch bloß auf dem Roten Platz auch mal jemand tanzen… Dann hat uns eine alte Dame in fließendem Englisch in Shanghai willkommen geheißen. Welch ein beeindruckender Mensch. Elegant, mondän, hellwach – und sie war zweifellos die Herrscherin über den Rollstuhl, an den sie gefesselt war. Den Geschichten ihres Lebens zu lauschen muss berauschend sein. Diskutierende Chinesen Meine Schüler haben mich heute ebenfalls begeistert. Ich habe es tatsächliche geschafft, sie in eine so angeregte Diskussion zu treiben, dass sie den üblichen Respekt vor dem Lehrer ganz vergessen und mich doch tatsächlich unterbrochen haben. Toll! Whisky, you're my darling Gestern auf der Expo durften wir einem schönen Schauspiel beiwohnen. Vor dem australischen Pavillon haben zwei Singer-Songwriter-Typies ein Konzert gegeben. Folk. Bei den schnelleren Stücken waren unkoordiniertes Mitklatschen und vereinzelte, unkontrollierte Begeisterungsrufe zu hören. Ich glaube, die Chinesen wussten gar nicht, wie ihnen geschieht. Da fuhr ihnen die Musik durch den Kopf und sie konnten nicht anders, als ein ganz kleines, winziges bisschen Aushaken zuzulassen. Oh, gütiger Gott, gib ihnen 10.000 solcher Erlebnisse – so lange, bis sie sie irgendwann vermissen. Dann wäre schon viel gewonnen, so viel. Weinen vor Glück Mein wunderbarstes Erlebnis auf der Expo hat mir jedoch zweifellos der mexikanische Pavillon beschert. Ich ahnte es schon, als ich den Ausstellungsraum betrat. Da war ein prächtiger Altar, Skulpturen an der Wand...und ich habe es kaum gewagt, mich umzudrehen. Doch dort, da am Ausgang, da hing es. Ein Bild, über das Frida ihren Pinsel gezogen hat. Ein Selbstpoträt mir Äffchen. Meine Augen brannten ein wenig und mein Hals fühlte sich irgendwie verstopft an. Minutenlang war ich ganz benebelt vor unerwartetem Glück. Wunderbare Welt. [paka]! ... link (0 Kommentare) ... comment Mittwoch, 26. Mai 2010
Expo gucken
esregnetponys, 15:29h
War inzwischen schon 2 Mal auf der Expo. Ui! Die Chinesen lassen sich nicht lumpen, wenn die Welt zu Besuch kommt. Alles sehr bombastisch und tatsächlich beeindruckend. Und Gott sei Dank hat sich auch der Rest der ausstellenden Welt nicht lumpen lassen. Einige der kleineren Pavillons sind zwar ein wenig langweilig, aber in vielen kann man staunen, gerührt sein und sich was zum Nachdenken mit raus nehmen. Die Ausstellungen, die sich das Thema „Better city, better life“ zu Herzen genommen haben, sind immer die besten. Es gibt viele schöne Gedanken dazu, was Stadt bedeutet und wie das Leben in ihr in Zukunft aussehen kann. Die Grundidee ist zwar oft bekannt („Traumstadt von Kindern“, Menschen in ihren Wohnungen gefilmt…) aber die Ausführung doch meist eindrucksvoll. Ganz großer Sport ist der spanische Pavillon. Riesige Videoinstallation inklusive wackelndem Boden bei Szenen vom Stierlaufen in Pamplona. Mein Vater-Professor meinte dazu: „I don´t think that Chinese people can understand what´s going on there“. Hm…
Die Schlangen vor den Pavillons sind oft lächerlich lang. Es gibt Leute, die für Saudi-Arabien über fünf Stunden angestanden haben. „Und was ist so interessant daran?“ – „Sie haben sehr viel Geld ausgegeben“. Aha. Für China braucht man extra Tickets, die man morgens am Eingang von den „Volunteers“ bekommt. Um ca. sechs Uhr muss man dort antanzen, um für den Tag noch welche ergattern zu können. Deutschland habe ich auch noch nicht angeschaut. Wir sind beliebt! Bei den meisten anderen Pavillons ist ein Vorteil, dass sich ein Großteil der Chinesen nur so lange für etwas interessiert, wie es ein passables Fotomotiv hergibt. Sie durchstreifen die Ausstellungen also in einem Affenzahn und die Schlangen davor sind dadurch ständig in Bewegung. Und wenn man das andauernde Angerempelt-Werden stoisch erträgt, kann man drinnen auch allein die Anmerkungen zu den Ausstellungsstücken lesen oder sich mit dem ganzen großartigen interaktiven Unsinn beschäftigen. So, jetzt gibt´s noch ein paar Fotos und ihr müsst raten, zu welchem Land sie gehören. [paka]! So eine Terrasse will ich auch mal haben ![]() U! S! A! ![]() Schlumpfhausen in Schwarzlichtfarben ![]() Watt? Wer? ![]() Schäfchenkuscheln ![]() Horn im Unterkiefer ![]() Anstehen für... ![]() ... link (0 Kommentare) ... comment Samstag, 22. Mai 2010
Sich versöhnen
esregnetponys, 04:21h
Das Geheimnis des Alters
Ich war um 6 Uhr in der Früh joggen auf dem Sportplatz der Uni (nachdem ich mir eine Sporthose in XXL gekauft hatte). Ich dachte, ich würde dort einsam ein paar Runden laufen - aber es war die Hölle los. Ab 4:30 kann man den Platz benutzen und ich bin sicher, dass er auch um diese Zeit frequentiert wird. Chinesen sind ungaublich sportbegeistert und trainieren ihren Körper gewissenhaft. Und das in jedem Alter. Es ist beschämend: Keuchend trage ich meine schlappen Beine Runde für Runde durch die Gegend und werde dabei des Öfteren von einer älteren Dame in Alltagsklamotten überholt, die mit Trippelschritten fix und doch in Seelenruhe ihre Kreise zieht. Wahrscheinlich werden sie deshalb alle so alt und bleiben fit dabei. Nix mit "Kräuter-Schlucken-Und-Alt-Werden". Das Geheimnis ist Bewegung. Verdammt! Mahjong Zum zweiten Mal war ich zum Mahjongspielen eingeladen. Die Schüler meiner beiden Fortgeschrittenen-Klassen lehren es mich geduldig. Es ist ein wunderbar geselliges Spiel, vielleicht aber auch nur, wenn es Chinesen spielen. Sie haben alle eine Gabe, jedes wie auch immer gestaltete Zusammensein zum Quatschen zu nutzen. Aber auch das Spielen an sich ist sehr angenehem, da sie mit einer beneidenswerten Ernstlosigkeit versuchen, zu gewinnen. So ist nie einer beleidigt und der fällige Gewinn wird mit zwar ausgedenhntem, jedoch augenzwinkerndem, Gemurre bezahlt. Das abendliche Treiben vor unserem Haus Habe abends mit meiner Mitbewohnerin ein bisschen Federball vorm Haus gespielt. Bei gutem Wetter kann man dort Menschen bei allerlei Aktivitäten beobachten. Meine Lieblingsgruppe besteht aus vier Omas, die ca. eine Stunde lang eine der kurzen Wohngebietsstraßen hoch und runter laufen und dabei schnattern und gackern und flüsternd bestimmt die neusten Gerüchte austauschen. Eine Alibi-Qi Gong Truppe, vermute ich. Es muss herrlich sein. [paka]! ... link (0 Kommentare) ... comment ... older stories
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Letzte Aktualisierung: 2010.09.26, 23:30 status
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Muetter sind ja doch manchmal klug und man sollte auf... by esregnetponys (2010.06.13, 16:01) |
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