Es regnet Ponys
Mittwoch, 16. Juni 2010
Eine Überraschung erleben
Mitten im wunderbaren Künstlerviertel von Beijing ist es passiert...

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Sonntag, 13. Juni 2010
Schaemen
Muetter sind ja doch manchmal klug und man sollte auf sie hoeren, wenn sie einen daran erinnern, dass man nicht alles ueber einen Kamm scheren darf.
Es tut mir Leid, Menschen dieses Landes! Man sollte China nicht in Shanghai kennen lernen, dass macht einen nur mufflig. Beijing ist wunderbar. Es gibt mitten in der Stadt Orte, an denen es friedlich und still ist. Die Unfreundlichkeit der Menschen hier beschraenkt sich auf normales Grossstadt-Mass. Die Leute sind viel entspannter und scheinen mit anderen Dingen beschaeftig als mit Geld, Erfolg und ihrem Aussehen. Es wird viel weniger gehupt und beinahe waere ich verunfallt, weil ich nicht mehr damit klar kam, dass ein Auto auf mich als Fussganger wartet. 'Du meine Gutii!', wie einer meiner Studenten wohl sagen wuerde.
Vielleicht kehrt eine so rasende Entwicklung, wie Shanghai sie genommen hat, nur das Schlechte aus den Menschen heraus. Eine chinesische Bekannte sagte neulich zu mir, dass es ihnen manchmal einfach zu viel wuerde, dass sie mit dem Kopf nicht mehr hinterher kaemen und mal eine Pause braeuchten. Wollen wir hoffen, dass all die vielen Goetter dieses Volkes bald eine gewaehren.

[paka!]

P.S.: Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass meine Frau Mama mir nicht bald den Spruch "Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben" druecken muss!

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Donnerstag, 10. Juni 2010
Essen feiern
Angst vor Unsinn
Nun sind es nur noch zwei Wochen. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es sein wird, wieder daheim zu sein. Ich habe ein wenig Angst davor, an meinen Lieblingsorten zu sitzen, zurückzukommen in einen Alltag, der sich nicht verändert haben wird – wo doch für mich nichts mehr wie zuvor ist, wo sich für mich alles verändert hat, wo nur noch weniges unverrückbar ist. Viele Wochen und hin und wieder die Einsamkeit der siegerländer Wälder wird es brauchen, bis ich das alles so bearbeitet habe, dass es…ja, was? Ich werde es erleben.

Chinesen-Expo
Am Sonntag waren meine Mitbewohnerin und ich mit einigen Schülern auf der Expo. Wir haben also die ganze Veranstaltung mal ein wenig aus der Perspektive von Chinesen durchleben können. Angefangen hat es damit, dass wir von der U-Bahn Station zum deutschen Pavillon GERANNT sind. Zwanzig Minuten nach der Öffnung des Geländes haben wir davor gestanden – aber es war bereits zu spät. Nix mehr mit entspannten Schlangen. Es waren schon so viele Leute da, dass man für die Warteschlange anstehen musste. Es war wie eine sehr schlimme Fahrt mit der U-Bahn, ich habe solch ein Gedrängel nicht mal auf Festivals erlebt. Wahnsinn. Irgendwann kam sogar die Polizei, um die Menge in Gruppen zu trennen. Naja, sobald wir aber in der eigentlichen Schlange waren, wurde es ruhiger und wir haben uns köstlich amüsiert.
Im Pavillon dann sind unsere Schüler knipsend an allem vorbei gelaufen – typisch. Bei einer kleinen Ausstellung, die das Stolpersteine-Projekt erläutert, habe ich sie jedoch aufgehalten und ihnen das erklärt . Ganz verstanden haben sie mich wohl nicht. Sie scheinen keinen blassen Schimmer zu haben, was diese Zeit eigentlich für uns bedeutet hat und noch immer bedeutet.
Naja, so ging es weiter, immer schnell, schnell. Hat trotzdem Spaß gemacht. Am Ende des Tages waren aus Schülern plötzlich Freunde geworden…

Jetzt schon vermissen
…die mich zwei Tage später zu Tränen gerührt haben. Wir hatten unsere letzte Stunde und sie haben mir etwas geschenkt und einen kleinen Gruß geschrieben. Och Gott! Mmmmmm….

Party beim Essen
Gestern haben wir dann noch einen fantastischen Abend mit ihnen verbracht. Hot Pot essen. Mir ist nun klar, warum Chinesen nicht in Clubs gehen. Wenn sie immer so „ausgelassen“ essen, braucht es keinen Club mehr. Mehr erzähle ich erst, wenn ich wieder daheim bin und die nächste Studentin weiß, dass sie hierher kommen darf.


Morgen fahre ich nach Peking. Ich freue mich sehr darauf, ein wenig mehr China kennen zu lernen. Die Große Mauer sehen, den Sommerpalast, die Verbotene Stadt…und meine Mädchen.

[paka]!

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